Wer zu spät zum Arzt geht, bekommt weder Arbeitslosen- noch Krankengeld?

Allgemein bekannt ist, dass die Pflicht zur Lohnfortzahlung für einen Arbeitgeber entfällt, wenn einer seiner Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank ist. Stattdessen hat der Arbeitnehmer dann einen Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld gegenüber seiner Krankenkasse. Weniger bekannt ist, dass auch die Pflicht der Bundesagentur für Arbeit zur Fortzahlung von Arbeitslosengeld I endet, wenn ein Antragsteller über einen längeren Zeitraum als sechs Wochen erkrankt. Auch in diesem Fall hat der Antragsteller dann einen Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld gegenüber seiner Krankenkasse. Doch was passiert, wenn man eine Folgebescheinigung, die einem die Arbeitsunfähigkeit durch einen Arzt attestiert, zu spät vom Arzt ausstellen lässt? Das Bundessozialgericht hat in einer Entscheidung vom 28. März 2019 (B 3 KR 22/17 R) klargestellt, dass der Antragsteller dann ohne einen neuen Antrag weder Anspruch auf Arbeitslosengeld I noch auf Krankengeld hat.

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